Ich find’s geil. Der Commentarist war down, vor 7 Monaten, weil FAZ und Süddeutsche mit Klage gedroht hatten. Aber das Thema ist durch. Jetzt gibt’s irgendwas im 6-Stelligem Bereich an Kohle für das Projekt, da wird man mutig – zu recht. Das Konzept ist nüchtern betrachtet jetzt mal auch nicht großartig was neues: Es aggregiert eben News, mit der Einschränkung, dass es sich um die Textform „Kommentar“ oder „Kolumne“ handelt. Was konzeptuell wirklich hervorsticht, ist die Einbeziehung der Autoren. Ich habe den Eindruck, dass es sich wirklich um einen „Objekt-Graphen“ wie bei Facebook handelt, der Artikel, Quellen und eben Autoren als Objekte in Abhängigkeit setzt. Also Autor „Lars Mensen“ verfasst Artikel „Lesen und lesen lassen“. Quelle „The European“ beschäftigt Autor „Lars Mensen“. Autor „Lars Mensen“ ist beschäftig bei Quelle „The European“. Und so weiter.  Das hat natürlich den Vorteil, dass eine extrem flexible Individualisierung durch den Nutzer möglich ist. So eine Art Legobausystem.

Mich würde technisch mal interessieren, wie die Entwickler vom Commentarist „normale“ Berichte, also Berichte mit dem klassischen Objektivitätsanspruch eines Journalisten, von Meinungstexten wie eben Kommentaren unterscheiden. Wie soll ein Algorithmus das unterscheiden können? Allerdings checkt man schon, dass auch nur mit Wasser gekocht wird. Ist z.B. im RSS-Feed ein Autor mit dabei, liegt die Wahrscheinlichkeit schon höher, dass ein Artikel eher ein Kommentar ist oder zu einer Kolumne gehört. Kommt das Stichwort „Kommentar“ oder sogar „Ein Kommentar“
im Titel vor, ist’s fast klar. Das wirft aber schon Fragen auf und das macht Commentarist eben auch extrem interessant. Obwohl ich bezweifle, dass das den klassischen Zeitungsleser mit Internetsympathien groß interessiert.

Auch soll ja der Meinungsjournalismus im kommen sein – sagt man so. Warum? Erstens sind Menschen faul und freuen sich über jede Meinung, die sich nicht selbst bilden müssen. Zweitens gibt es nicht genügend Fakten um den Lesedurst der Leser zu stillen, würde man rein objektiv bleiben. Ich bin ja eher so der Fakten-Typ – ganz ehrlich. Man braucht auch nicht zu allem eine Meinung. Schon gar nicht eine von anderen. Die quatschen mir eh alle zuviel.

Commentarist: Großartig ist die Möglichkeit, eben verschiedene Quellen zu abonnieren. Oder spezielle Autoren. Quellen auszuschließen – Five twenty hatte es vorgemacht. Das Design ist klassisch das eines zeitgemäßen Zeitungsauftrittes à la Zeit, FAZ, und Süddeutsche. Vielleicht kommen diese deshalb auch weniger damit klar.

Recht haben die Gründer, wenn sie nicht verstehen, weshalb sich einzelne Zeitungen dagegen sträuben, auf diese Weise indiziert zu werden. Recht haben sie, wenn sie sich als Multiplikatoren verstehen. Nach ersten Tuchfühlungen habe ich bereits eine neue Quelle für mich entdeckt: Den European. Kannte ich nicht. Das ist übrigens bei den guten Aggregatoren echt bezeichnend. Z.B. habe ich mit Five twenty die TAZ, die vorher eher eine Randerscheinung für mich war, schätzen gelernt. Das faszinierende bei (guten) Aggregatoren ist, dass sie die Erzeugnisse direkt in Beziehung setzen. Man kann eben nicht einen Audi mit einem BMW vergleichen. Man muss den 3er mit dem A4 vergleichen. Das war vor den Aggregatoren nicht so einfach. ‚Kaufst Dir ja nicht 20 Zeitungen! Selbst bei vergleichsweise günstigen Produkten wie eben Zeitungen. Und selbst im Internetzeitalter, wo verschiedene Zeitungen nur einen Klick und  nicht mal einen Cent voneinander entfernt liegen.

Verlage: Ihr solltet nicht auf Rupert Murdoch warten, bis er mit seinen Experimenten endlich den Stein der Weisen findet und dann enttäuscht sein, wenn er das Wallstreet Journal in Deutschland kostenlos anbietet. Geht raus, setzt euch mit Eric Hauch, Kevin Heusinger (Five twenty), Frank Westphal (Rivva) und Pell Dalipi (Newshype) zusammen und lasst euch erzählen wie es weiter geht. Die wissen das schon.

Zu www.commentarist.de

Mehr zu Commentarist:
(erstens) (zweitens) (drittens)


Mein nächster Artikel lässt leider etwas auf sich warten. Der Stress. Ich werde als nächstes mal Scoop.it unter die Lupe nehmen. Der Scoop.it Gründer wird von Scoble (Robert Scoble, in der USA bekannter Techblogger und Mitarbeiter von von Microsoft) interviewt. Spoiler: Mir scheint das Konzept nicht so ganz schlüßig. Man stelle sich z.B. eine Seite vor – exakte Kopie des Scoop.it Layouts, die zu jedem Twitteruser dessen getwitterte Links raussucht und zusammenordnet. Zack: Scoop.it ohne Mehraufwand.


Laut einer Studie wird der Mensch durch Google und Wikipedia dümmer. Das externe Gedächtnis. Andere treiben die Entgrenzungs-Sau durch’s Dorf.

Es gibt die sogenannte „soziale Entgrenzung“, bedeutet im Kern, dass im Internet soziale Grenzen schneller und leichter überschritten werden als im echten Leben. (Daniel Rehn)

Internetzensur führt zu gewaltsameren Aufständen und überhaupt ist das Internet der Grund für heftigere Terroranschläge weltweit.

Wirklich? Auf jeden Fall ist die Informationsfülle Fluch und Segen. Die Vorzüge durch Mails, Handy und Twitter in allen erdenklichen Ehren: Manchmal ist es derer zuviel. Mitunter beschleicht einen vor allem der Eindruck, mit dem Lesen von Nachrichten im Internet nicht hinterherkommen zu können – was sehr schade ist, war die Zeitung doch mal ein Ort der Reflexion. Da kommt Five twenty ins Spiel. Five twenty durchsucht sämtliche Onlineportale großer deutscher Zeitungen, von Bild bis Zeit, ordnet die Artikel nach Tageswichtigkeit und setzt sie – wie in der klassischen Zeitung – in Ausgaben zusammen. Um 5:20 erscheint die Frühausgabe, um 17:20 die Spätausgabe. Artikel lassen sich so am gesamten Tag wiederfinden. Das nichtendende Update an Newszapfsäulen entfällt also. Auf die Arbeit, auf den Tag konzentrieren ist wieder angesagt und zu ruhiger Stund auf Five twenty surfen und lesen was bewegte. Gelesen wird auf der Quelle selbst, für einen besseren Überblick gibt es eine Zeitungsansicht mit Textsnippets und Bilder.

Es gibt eine Mixerfunktion, um Intensität von Themen und Quellen einzustellen. Basic Thinking schreibt:

Wenn man etwa die FAZ nur wegen des Wirtschaftsteils lesen möchte, kann man alle anderen Ressort darin ausschalten.

Natürlich: Für den Zweck, zu jeder Tag- und Nachtzeit vollkommen up-to-date zu sein, ist Five twenty nicht geeignet: Eher für den Frühstückstisch, die Mittagspause und den wohlverdienten Feierabend. Oder auch im urlaub Vielleicht. Interessant könnte unter dem Aspekt auch die mobile App sein. Das veröffentlichte Video sieht sehr nach iOS aus. Man könnte sich streiten, ob das Sinn macht, würden doch viele Android-User enttäuscht. Andererseits ist nach dem Tot von HP’s WebOS und der Springer Studie das iPad als Tablet weiter ins Zentrum für digitale Printinhalte gerückt.

Dass die Five twenty Umgebung verlassen werden muss, um die Inhalte zu lesen, ist ein großes Manko. Auch scheint die Klassifizierung in Rubriken nicht perfekt zu funktionieren. Auch schaffen es viele sehr ähnliche Artikel in Früh- und Spätausgabe. Das wäre ein Zusammenfassung in Gruppen eine sinnvolle Sache. Mir fehlen auch noch Blogs und regionale Blätter.

Alles in allem ein wunderbare Sache. 700 Zugänge zum Alphatest stellt Five twenty zur Verfügung, dir Ihr Euch hier einrichten könnt.


Spracherkennung WP7 Mango

Ich sag’s Euch: Kauft Nokia-Aktien. 4 EUR das Stück, nach der Black-Week wahrscheinlich noch weniger. Grad 4000 EUR angelegt und in paar Monaten mit 12.000 nach Hause gehen. Wenn es sich manchmal unter den Bloggern so anhört, als würde Microsoft bald Bretter vor Türen und Fenster nageln müssen, so hat man an der Uni einen ganz anderen Eindruck. Hier wird viel gebastelt: Mit Microsoft Surface lassen Multi-Multi-Multi-Touch-Anwendungen mit Hunderten von Fingern gleichzeitig einem den Mund offen stehen. Spiele, Bahnhofslogistik. Michael Zöllner und Stephan Huber haben das „NAVI“ bereits international vorgestellt: Mit Microsofts Kinect ermöglichen sie sehbehinderten Menschen, sich sicher in Gebäuden zu bewegen.

Die Mango ist offenbar reif

Unter dem Codenamen „Mango“ wurde das große Update für Microsofts Mobilsystem „Windows Phone 7“ den Netzbetreibern und Hardwarepartnern übergeben. Ein Datum, wann die aktuellen Geräte das Update laden können, steht wohl noch nicht fest. Selbst eher der zufriedene iPhone-Typ, bin ich von „WP7“ schon ziemlich angefixt und von dessen Potential überzeugt. So sieht das auch Levon C. Tofel auf GIGAOM. Er kam gestern dazu, das Mango-Update zu testen. Ergebnis: Das Früchtchen setze das erahnte Potential frei, nach Tofel. (Erstens) Das ganze Gerät fühle sich gerade doppelt so schnell an. (Zweitens) Die Spracherkennung scheint erheblich genauererer zu sein, als bei der Googlekonkurrenz aus Mountain View. Das ist einmal gut, um das Diktat zu verbessern, auf der anderen Seite steht und fällt mit dieser Funktion natürlich die Sprachsteuerung des Gerätes im Allgemeinen, als Beispiel im Auto. Klar: Wenn das System fälschlicherweise annimmt, man wolle um 3 Uhr morgens das Liebesgeständnis auf dem Weg zwischen Disco und Haltestelle statt der „Anna“, der „Mama“ vortragen, kann das am nächsten morgen durchaus zu Verwirrungen führen. Festgehalten: Spracherkennung in Mango extrem genau. (Drittens) Der Wechsel zwischen den Apps blieb mir auch als holprig im Gedächtnis. Wie beim iPhone vor der Multitaskingfunktionalität. Jetzt ist es eben so wie unter iOS (iPhone-Betriebssystem) nach der Einführung von Multitasking: Statt doppeltes Betätigen des „Nach-Hause-Knoppeks“ ist bei Mango eben einfach längeres haltender Taste angesagt. An dieser Stelle ist im Sinne des Bedienkomforts aber auch keine all zu große Kreativität gefragt. Im Gegenteil ist’s besser. Weitere Spielereien wie Taskmanager, klügere Inboxes etc. findet Tofel auch – ich finde: Nicht weiter wert der Bemerkung. Unter’m Strich: Kinect + Surface + Phone7 + Nokia = Aktien kaufen! Sowohl als auch.


Newshaip nach Shutdown

Seit heute morgen ist plötzlich Schluss. Der Newsaggregator Newshaip kam, sah und verschwand. Wie bereits angeschnitten, war da plötzlich Newshaip. Ohne Zweifel eine Anspielung auf das Newshype, dass seit einiger Zeit ohne Funktion bleibt (siehe vorherigen Artikel).  Auf Newshaip konnte man die Funktionalität von Newshype erahnen. Von Blogs kaum eine Spur, eher von den etablierten Medien. Vereinzelt konnte man einen Artikel über Gina Lisas Eskapaden im Sportteil finden, oder von den Königsblauen über dem Titel eines iPad-Google-Pentium-Artikels lesen. Wie seine Vorlage scheint Newshaip Probleme bei der Einsortierung von Nachrichten in Ressorts zu haben. Und dann war Stille.

Gefiel Dir, was Du sahst? Es wird noch heisser?

Die Startseite von Newshaip wird von folgender Mitteilung überdeckt: „Gefiel Dir, was Du sahst? Es wird noch heisser? Unter der Haube von Newshaip sorgte »Snooper« – Die Newsengine von Five twenty – für ordentlich Dampf im Kessel. Erste Impressionen, Informationen zum Alphatest und Insiderinformationen erhältst Du auf…“. Also eine Werbeaktion für Five twenty. Damit ist also klar: Five twenty wird sich ebenfalls in den momentanen Zirkus der (Blog?)Aggregatoren begeben. Laut Twitteraccount ist das Projekt im Alphatest. Mal sehen, was es wird.

 

Den nächsten Artikel der Aggregatorenreihe möchte ich übrigens über Nachrichten.de schreiben.

 


Umfragen im Deutschen Tennis Bund wären aussagekräftiger als Umfragen bei Google Plus – zur Zeit. Der Verband hat 1,6 Millionen Mitglieder, wahrscheinlich mehr als Google+ im Moment in Deutschland. Eigentlich brauche ich nicht zu erwähnen, dass davon nur ein Bruchteil in des Bloggers Umfrage untergebracht ist. Die Kirsche oben drauf ist, dass Google bewusst die Zielgruppe der Early Adopter gewählt hat, um den neuen Service zu testen. Das bedeutet, es sind nicht nur wenige, sondern auch noch nur ein ganz bestimmter Teil.

Trotzdem lautet der Kampfschrei deutscher Blogger offenbar „Besser als nix – jede Zahl ist besser als keine“ – und nicht erst seit gestern. Auf Netzwertig las ich „PRIORITÄTENSETZUNG VON STARTUPS: Wieso es falsch ist, Android als OS zweiter Klasse zu behandeln“. Mal abgesehen davon, dass mir die Schlussfolgerungen des Artikels nicht gefallen (Mehr dazu vom Zukunfts-Chris), beruft der Autor sich eben auf diese unfundierten, fast schon künstlich erzeugten Zahlen: „Ich habe gestern über Twitter und Google+ spontan eine Umfrage über das primär eingesetzte mobile Betriebssystem gestartet.“, liest man am Ende des Beitrags. Na wenigstens zusammen mit Twitter. Trotzdem wäre das ungefähr so, als würde ich die Mitglieder des Deutschen Tennis Bundes fragen, welchen Sportschuh sie nutzten“. Egal wie das Ergebnis lauten würde, es wäre völlig Wurscht, weil völlig ungeeignet um es auf die Gesamtbevölkerung hochzurechnen. Wer das glaubt, den hat bei einer Bundestagswahl noch nie gewundert, dass das Ergebnis sich mit den letzten Stimmen noch umkehrt. In dem Netzwertig-Artikel jedenfalls, lautet das Ergebnis: Knapp über 50% für Android und knappe 40% für Apple – und trotzdem ist Martin Weigert am Ende davon überzeugt, dass Apple die zweite Geige des Orchesters spielt.

Dass eine Einbeziehung der GooglePlus-Werte die Ergebnisse verfälscht, kann man deutlich bei Buzzly (Dem bereits vorgestellten Newsaggregatorbuzzly.de) sehen. Beide, Virato (Ebenfalls bereits vorgestelltvirato.de) und Buzzly, bemessen die Beliebtheit von Nachrichtenartikeln im Netz Anhand der Likes, Shares und Tweets von Facebook und Twitter. Im Gegensatz zu Virato berücksichtigt Buzzly zusätzlich die +1er von Google Plus. Ergebnis: Während es sich bei Virato auch schonmal um Karl Lagerfeld oder der Vertrauenskrise bei Bankkunden dreht, geht es bei Buzzly in jedem zweiten Artikel um – na worum wohl – um Google+.

Schlüge ich ebenso den dunklen Pfad der Macht ein, müsste ich jetzt direkt einen Zusammenhang mit der Entwicklung zu ungewöhnlich spekulativen medialen Analysen im Kachelmann-Fall und der Tragödie in Oslo sehen. Tue ich aber nich‘ – dank Yoda.


Den Artikel mit dem etwas verwirrenden Title „Wasserpfeife von Porsche Design: Hightech-Rauchzeichen“ haben 26 Leute getwittert, 548 Facebookler haben ihn mit anderen geteilt und wiederum 539 weiteren hat er auf Facebook „gefallen“.

Was hat man also von Virato: Man liest, was Menschen in den deutschen sozialen Medien gut finden. Wo der Unterschied zu Buzzly, Rivva etc. ist? Ich weiß es n… Doch halt: Buzzly zählt die +1er von Google dazu und Rivva stattdessen die Links zwischen den Artikeln der Blogs (Genannt Trackbacks oder Pingbacks). Das ist auch schon alles.

Zur gleichen Zeit als Virato den bereits genannten Wasserpfeifen-Artikel als den derzeitigen Artikel der Artikel einstufte, spülte Rivva „Creative Commons Lizenzen in Deutschland gerichtlich durchgesetzt“ an die Oberfläche. Dass Rivva im Vergleich mit Virato in Richtung Netz und Technik abdriftet, leuchtet wegen der Analyse der Trackbacks ein. Nebenbei: Buzzly ist der Meinung, dass die Mehrheit der über Social Networks Vernetzen den Artikel „Tierschützer fordern Boykott von Honig aus Massentierhaltung“ supi-dupi-interessant und total laser finden. Is‘ klar – als ich den Artikel heute morgen im ‚Natur+Umwelt‘-Magazin las, hielt mich nichts mehr, ich musste ihn twittern, es ging nicht anders. (Eigentlich erschien der Artikel im Postillon-Blog)

Virato ist die Klatschtante beim Bäcker, die dich jeden Morgen auf den neusten Stand bringt. Das braucht man, wenn man Angst hat, man könnte Gerede trotz Überübervernetztheit noch verpassen.

Virato ist auch deshalb interessant, weil es sehr oft Artikel vom Spiegel, der Zeit, der Bild – kurz: Der etablierten Medien – sind, die es nach oben auf die Ergebnisseite schaffen. Das zeigt einerseits, dass die Bewertung wirklich durch nicht viel mehr als einfaches zählen auf die Füße gestellt wird und dass andererseits nahezu Volkes Stimme (oder besser: „Volkes Interesse“) aus den sozialen Netzwerken heraus abgebildet wird.

Wer lieber nur die Blogosphäre überfliegen will, der kann seine Wahl entsprechend treffen. Die Filtereinstellungen sind schon recht üppig: Englisch, Deutsch, eher nicht so alt oder eben gerade, ausschließlich Facebook, Twitter andersherum oder alles zusammen – die Funktionen solltet Ihr selbst ausprobieren. Derjenige, der mir die witzigste Erklärung dafür schreibt, dass Virato extra Rubriken wie „EHEC“ (?!) oder „Zensus“ anbietet, dem besorge ich einen exklusiven Zugang zu einem Aggregator der derzeit noch in der Betaphase steckt – und den bisher nur eine Hand voll Leute kennen.

Nur bei Twitter konnte ich diesen Link zu Blogcharts finden, die Virato als kleines Gimmik erstellt.

Motto: Das interessiert Deutschland

– und das setzt Virato auch wirklich gut um. Preisfrage: Sollte der Print-Spiegel also statt „Wie Unternehmen ihre Beschäftigten vorm Burnout bewahren wollen“ besser mit der Porsche-Wasserpfeife titeln? Vielleicht nicht.

Dem RSS-Feed von keepingmebusy folgen.



„Rivva ist tot, es lebe Newshype“, wurde durch die Blogs getrieben. Auf der Re:publica in Berlin wurden etwas mehr als 500 höchst exklusive Einladungen für den geschlossenen Betatest des Blogaggregators Newshype verteilt. Das hauseigene Blog, t3n, Basic Thinking (weitere, weitere) – tatsächlich auch das ZDF, dradio und der Spiegel – berichteten. Sie gaben Interviews und bewarben den Rivva-Nachfolger sogar beim NEXT-Kongress in Berlin für Risikokapital. Das Ergebnis ist bis heute ein leerer Bildschirm.

Wir betreiben Newshype, weil wir Spaß daran haben

Ein Nebenprojekt sei Newshype für die Gründer. Klar: Deshalb auch der Elevator-Pitch auf der NEXT. Finanzierungsrunden mit Risikokapital sind schließlich das neue Seilchenspringen und Business Angel die neuen Fahrschulen.

Man muss Jannis Kucharz (Betreiber des Netzfeuilletons) und Pëll Dalipi dennoch zu Gute halten, dass sie die Lücke erkannten, die Rivva mit seinem Abgang hinterlassen hatte. Die Resonanz wäre natürlich nicht so groß gewesen, wäre nicht ebenso Bedürfnis vorhanden. Das Layout ist gut, leicht gewöhnungsbedürftig, aber es emanzipiert sich optisch von Rivva. Es ist geordnet und das Bedienkonzept einleuchtend.

Huch!
Unser Bot liegt noch ein paar Tage im Krankenhaus. Aber er ist bald wieder fit und kann es kaum erwarten, euch die neue Newshype Version vorzustellen. Bis dahin gibt es Twitter und unser Blog.

Auch wenn das neuste relevante Googleergebnis zu Newshype bereits mehrere Wochen alt ist, wartet man doch gespannt und hofft, dass Kucharz und Dalipi mit Newshype irgendwie die Kulisse nochmal gut aufpolieren. Das Interesse ist noch da. So schrieb Vielmeier von Basic Thinking erst letzten Monat die Rettung von Newshype als oberstes Gebot aus und verwies auf die selbstkritische Auseinandersetzung von Pëll im Blog Netzfeuilleton.

Folgendes Phenomän zeigt, dass das Thema noch nicht durch ist: Eine offensichtliche Verballhornung, newshaip.de, tauchte gestern plötzlich auf. Es scheint ein Gag zu sein, jedenfalls ist ein sehr an Newshype erinnerndes Layout zu erkennen – nur zur Abwechslung mit Inhalten. Zeitungsinhalte, Artikel aus dem Spiegel, der TAZ, FAZ, Zeit und dem Focus konnte ich bereits entdecken. Ein großes Smiley prangt oben auf der Seite. Ein Scherz? Ein Angriff? Hohn, Ironie und Spott? Oder doch eine billige Kopie? Kucharz und Dalipi sollten es als Anreiz sehen, schnell wieder auf die Beine zu kommen. Dieses „Newshaip“ zeigt, dass in Zeiten von immer mehr Heavy Usern in sozialen Netzwerken Interesse und Potenzial vorhanden sind.

Nächster Beitrag der Reihe: Virato (Link).



Er konnte seine Aufregung nicht mehr verbergen. Mit den Worten der Pointer Sisters veröffentlichte Frank Westphal am 3. März 2007 den ersten deutschen Aggregator, der auch Blogs unter die Lupe nahm – abgesehen von Google Blogs.

Frank spielte bei der Entwicklung von Qype eine wichtige Rolle, wollte aber nach einiger Zeit selbst auf die Pirsch gehen. Er schrieb Rivva und bediente damit die Sehnsucht der deutschen Blogger. Diese hatten nun ein Maß. Auch für den geneigten Indie-Leser war und ist Rivva (so wie seine Trittbrettfahrer auch – das muss man leider sagen) ein guter Anfang um sich abseits der etablierten Medien zu informieren, erspart es doch einem den selbständingen Filterprozess von auf etlichen Webseiten (oder zumindest in etlichen Feeds). Blogs suchen, bewerten, testlesen, rausschmeißen: Vergangenheit! Aber diesbezüglich gibt es auch Kritikpunkte: Es wird gekrittelt, Rivvas Bewertungsschema führe dazu, dass ohnehin bekannte Größen immer wieder einen Top-Rang ergattern. Guru Lobo oder der blogaktive Spiegel als Beispiel.

Für viel Aufmerksamkeit sorgte dann gerade die Abwesenheit von Rivva. Frank Westphal fehlte ein Geschäftsmodell um die Serverkosten auszubügeln und so zog Frank knapp vier Jahre später den Stecker (Am 2. März 2010). Machen wir’s kurz: Mit BMW und mokono an Board ging Frank am 7. Juni wieder online. Die Blogger feierten eine regelrechte Netzparty.

Rivva ist tot, es lebe…

Das Ableben ausnutzen und dann im Grabe umdrehen. Und dann gab‘ es da jemanden, der vollmundig die Nachfolge von Rivva ankündigte. Überheblich wurde verkündet: „Rivva ist tot, es lebe…“, ein Exklusiv gehaltener Testerkreis aufgebaut und Erwartungen geschürt, als könne Google in Deutschland bald dicht machen. Wie’s weiter geht, erfahrt ihr morgen 🙂

RSS Feed könnt ihr hier abonnieren.

Von den Bloggern
Rivva ist zurück – Netzpolitik
Blogaggregator Rivva ist zurück – Basic Thinking
Spam durch Rivva – Nachtwärter-Blah
Ode an Rivva – Schnoor