Die Analysen der Blogger und wie sie vom Himmel fallen.

31Jul11

Umfragen im Deutschen Tennis Bund wären aussagekräftiger als Umfragen bei Google Plus – zur Zeit. Der Verband hat 1,6 Millionen Mitglieder, wahrscheinlich mehr als Google+ im Moment in Deutschland. Eigentlich brauche ich nicht zu erwähnen, dass davon nur ein Bruchteil in des Bloggers Umfrage untergebracht ist. Die Kirsche oben drauf ist, dass Google bewusst die Zielgruppe der Early Adopter gewählt hat, um den neuen Service zu testen. Das bedeutet, es sind nicht nur wenige, sondern auch noch nur ein ganz bestimmter Teil.

Trotzdem lautet der Kampfschrei deutscher Blogger offenbar „Besser als nix – jede Zahl ist besser als keine“ – und nicht erst seit gestern. Auf Netzwertig las ich „PRIORITÄTENSETZUNG VON STARTUPS: Wieso es falsch ist, Android als OS zweiter Klasse zu behandeln“. Mal abgesehen davon, dass mir die Schlussfolgerungen des Artikels nicht gefallen (Mehr dazu vom Zukunfts-Chris), beruft der Autor sich eben auf diese unfundierten, fast schon künstlich erzeugten Zahlen: „Ich habe gestern über Twitter und Google+ spontan eine Umfrage über das primär eingesetzte mobile Betriebssystem gestartet.“, liest man am Ende des Beitrags. Na wenigstens zusammen mit Twitter. Trotzdem wäre das ungefähr so, als würde ich die Mitglieder des Deutschen Tennis Bundes fragen, welchen Sportschuh sie nutzten“. Egal wie das Ergebnis lauten würde, es wäre völlig Wurscht, weil völlig ungeeignet um es auf die Gesamtbevölkerung hochzurechnen. Wer das glaubt, den hat bei einer Bundestagswahl noch nie gewundert, dass das Ergebnis sich mit den letzten Stimmen noch umkehrt. In dem Netzwertig-Artikel jedenfalls, lautet das Ergebnis: Knapp über 50% für Android und knappe 40% für Apple – und trotzdem ist Martin Weigert am Ende davon überzeugt, dass Apple die zweite Geige des Orchesters spielt.

Dass eine Einbeziehung der GooglePlus-Werte die Ergebnisse verfälscht, kann man deutlich bei Buzzly (Dem bereits vorgestellten Newsaggregatorbuzzly.de) sehen. Beide, Virato (Ebenfalls bereits vorgestelltvirato.de) und Buzzly, bemessen die Beliebtheit von Nachrichtenartikeln im Netz Anhand der Likes, Shares und Tweets von Facebook und Twitter. Im Gegensatz zu Virato berücksichtigt Buzzly zusätzlich die +1er von Google Plus. Ergebnis: Während es sich bei Virato auch schonmal um Karl Lagerfeld oder der Vertrauenskrise bei Bankkunden dreht, geht es bei Buzzly in jedem zweiten Artikel um – na worum wohl – um Google+.

Schlüge ich ebenso den dunklen Pfad der Macht ein, müsste ich jetzt direkt einen Zusammenhang mit der Entwicklung zu ungewöhnlich spekulativen medialen Analysen im Kachelmann-Fall und der Tragödie in Oslo sehen. Tue ich aber nich‘ – dank Yoda.

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2 Responses to “Die Analysen der Blogger und wie sie vom Himmel fallen.”

  1. Ändert nicht viel an deinen Beobachtungen… doch, soweit ich das beurteilen kann, sind das bei buzzly die Buzzes, keine Plusonen.

    Dankeschön auch für deine fabelhafte Artikelreihe + Glückauf mit newshaip!

  2. 2 Chris Pillen

    Hi Frank,

    freut mich, wenn die Artikelreihe gefällt. Das Ablaufdatum von Newshaip ist bereits überschritten. Im nächsten Artikel mehr.

    Grüße!


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